„Bun bu ichi – der Krieger und die schönen Künste“
Vom 14. bis zum 16. November 2025 kamen 44 Teilnehmer im Alter von 10 bis 18 Jahren zur Jugendbildungsmaßnahme der FABJ in Obersteinbach in Mittelfranken zusammen.

(Leider waren einige Leute schon abgereist, da es doch recht spät wurde)
Das Thema der Veranstaltung „Bun bu ichi – der Krieger und die schönen Künste“ leitete sich ab von dem im mittelalterlichen Japan seit dem 14. Jahrhundert entstandenen Ideal, dass der Krieger (insbesondere der militärische Führer) nicht nur in militärischen, sondern auch in kulturell, intellektuellen Belangen gebildet sein sollte.
Die Organisatoren der Jugendbildungsmaßnahme hatten sich viel vorgenommen. Unterschiedliche Aspekte der japanischen Kultur sollten in spielerischer Weise und in Form von Rätseln entdeckt und erfahren werden. Der kriegerische Anteil fand Ausdruck in Trainingseinheiten mit dem japanischen Holzschwert.
Zunächst wurden die Jugendlichen in Gruppen von je 6-7 Personen eingeteilt, wobei die Gruppen historische japanische Clannamen erhielten und über die entsprechenden Familienwappen identifiziert werden konnten.
Insgesamt gab es zwölf Stationen zu durchlaufen, von denen jede einem der zwölf japanischen Horoskop-Zeichen zugeordnet war. Es gab Rätselaufgaben zu verschiedenen japanischen Jahresfesten, zur Entstehung der Hauptstilrichtungen des Aikido, Fragen zu Schrift und Sprache sowie ein Kreuzworträtsel mit Begriffen aus dem Aikido.
In der Station zu Kalligraphie konnten die Jugendlichen lernen, ihren eigenen Namen mit japanischen Schriftzeichen zu schreiben. Zwischen Kalligraphie und Schwertarbeit konnten die Teilnehmer zusätzlich einen direkten Bezug kennenlernen: das Schriftzeichen für „ei“ = „Ewigkeit“ enthält die acht wesentlichen Pinselführungen („Ei ji happo“), und in der Schwertkunst existiert eine davon inspirierte Übung mit acht wesentlichen Schwertschnitten „happo giri“.
Etwas entspannter ging es zu in den Stationen, in denen die Jugendlichen unterschiedliche Gegenstände den jeweiligen Aktivitäten zuordnen sollten, Rezepte raten oder Speisen probieren konnten.
Um auch die Literatur nicht auszulassen, gab es eine weitere Aufgabe zum Thema Manga, den japanischen Comics, und eine Station, in der die berühmte japanische Gedichtform des Haiku vorgestellt und erklärt wurde. Hier sollte jeder ‚Clan‘ sich darin versuchen, ein eigenes Haiku zu verfassen.
Ein besonderes Highlight war eine Art Geocaching-Rätsel-Aufgabe, die auf dem Außengelände des Schullandheims zu bewältigen war.
All das sollten die ‚Clans‘ an einem Wochenende schaffen, und es entstand tatsächlich ein wenig Stress für die Teilnehmer. Die Organisatoren und Trainer waren aber ständig verfügbar und bereit den Jugendlichen hilfreiche Tipps und Hinweise zu geben, die Aufgaben zu lösen. Ein Schwimmbadbesuch am Samstagnachmittag und ein Spieleabend boten zwischendurch Raum zur Entspannung und Gelegenheit zur Erholung von den Aufgaben.
Zum Abschluss der Veranstaltung gab es dann noch eine gemeinsame Aufgabe zu lösen.
Jeder ‚Clan‘ hatte kombiniert aus den richtigen Lösungen der zwölf Stationen einen Lösungscode erhalten, der jeweils Zugang zu scheinbar zufälligen Wörtern gab. Die Wörter aller Clans in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt ergab dann einen Lehrspruch des Begründers des Aikido, Ueshiba Moriheis:
Der Zweck des Trainings ist es,
die Trägheit zu überwinden,
den Körper zu stählen
und den Geist zu schärfen.
Bei der anschließenden Abschlussrunde äußerten alle Zufriedenheit mit einem gelungenen Wochenende, wobei aber der Wunsch nach etwas weniger Aufgaben bei künftigen Veranstaltungen durchaus hörbar war. 😉
Wer sich gerne an zwei der Aufgaben versuchen möchte, darf das gerne mit der angehangenen PDF.
Viel Erfolg!
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